31. BtMG Änderung 24.03.2016 – Neue Designerdrogen in Deutschland verboten

News: 31. BtMG Änderung verbietet neue Research Chemicals in Deutschland

Am 24.03.2016 wurde der von der Bundesregierung beschlossene Vorschlag zur 31. BtMG Änderung veröffentlicht und das BtMG (Betäubungsmittelgesetz) wurde im Mai 2015 dahingehend geändert.
Die Abstimmung über den Gesetzesentwurf fand am 13.05.2016 statt und dem Entwurf wurde ohne Änderung zugestimmt, damit sind die hier gelisteten Substanzen seit dem 13. Mai 2016 in Deutschland illegal!

Es kann von diesem Datum an zu rechtlichen Problemen kommen wenn diese Stoffe von Behörden beschlagnahmt werden.
Alle hier gelisteten Stoffe dürfen seit dem 13.05.16 nicht mehr besessen, erworben, verkauft oder beworben werden.

Am 02.06.2016 erschien ein weiterer Gesetzesentwurf zur Änderung des Betäubungsmittelgesetzes, dieser wurde bisher nur vom Bundesamt für Arzneimittel (BfArM) der Bundesregierung vorgeschlagen.

Auch wenn einige Research Chemicals Shops diese Drogen weiterhin verkaufen, dürfen sie (sobald das Gesetz in Kraft tritt) nicht mehr nach Deutschland eingeführt werden, ohne dass eine Anzeige wegen Verstoß gegen das BtMG (im schlimmsten Falle wegen Einfuhr oder Handel von Betäubungsmitteln, diese Vergehen können eine jahrelange Gefängnisstrafe zur Folge haben!) riskiert wird.

Die 31. BtMG Änderung verbietet sechs neue psychoaktive Substanzen, die zuvor unreguliert in Deutschland verkauft und gekauft wurden.
Es handelt sich hier um die erste BtMG Änderung im Jahr 2016!

 

Liste der seit der 31. BtMG Änderung in DE verbotenen neuen psychoaktiven Substanzen (NPS)

Neue psychoaktive Substanzen in BtMG Anlage 1

In die Anlage 1 (/ Anlage I) des BtMG aufgenommen wird folgendes Research Chemical:

  • 25N-NBOMe25N-NBOMe

Andere Namen: 2C-N-NBOMe, NBOMe-2C-N

IUPAC: 2-(2,5-Dimethoxy-4-nitrophenyl)-N-[(2-methoxyphenyl)methyl]ethanamin

Alternativer IUPAC: 2-(2,5-Dimethoxy-4-nitrophenyl)-N-(2-methoxybenzyl)ethanamin

Stoffgruppe: Psychedelikum / Halluzinogen

Substanzklasse: PhenylethylamineAmphetamine

Drogen die der BtMG Anlage 1 unterstellt sind, sind nicht-verkehrsfähig und nicht-verschreibungsfähig.
Auch der Transport dieser Stoffe von theoretisch berechtigten Personen ist diesen untersagt. Substanzen werden meist der ersten Anlage des Betäubungsmittelgesetzes unterstellt, wenn sie hochpotent sind und bereits geringe Mengen tödlich auf den Menschen wirken können, oder wenn die Experten keinen potentiellen Nutzen dieser Substanzen in der Wissenschaft und Forschung sehen.

Neue psychoaktive Substanzen in BtMG Anlage 2

In die Anlage 2 (/Anlage II) des BtMG aufgenommen werden folgende Designerdrogen:

  • ADB-CHMINACAADB-CHMINACA

Andere Namen: MAB-CHMINACA

IUPAC: N-(1-Amino-3,3-dimethyl-1-oxo-butan-2-yl)-1-(cyclohexylmethyl)-1H-indazol-3-carboxamid

Stoffgruppe: Synthetische Cannabinoide – Diese zählen zu den Psychedelika & den Downern

Substanzklasse: Indazole, Cannabinoide

  • ADB-FUBINACAADB-FUBINACA

IUPAC: N-(1-Amino-3,3-dimethyl-1-oxo-butan-2-yl)-1-[(4-fluorphenyl)methyl]-1H-indazol-3-carboxamid

Stoffgruppe: Synthetische Cannabinoide – Diese zählen zu den Psychedelika & den Downern

Substanzklasse: Indazole, Cannabinoide

Andere Namen: MMB-FUBINACA, FUB-AMB

IUPAC: Methyl(2-{1-[(4-fluorphenyl) methyl]-1H-indazol-3-carboxamid}-3-methylbutanoat)

Stoffgruppe: Synthetische Cannabinoide – Diese zählen zu den Psychedelika & den Downern

Substanzklasse: Indazole, Cannabinoide

  • 5F-ADB5F-ADB

Andere Namen: 5F-MDMB-PINACA, 5-fluoro-ADB

IUPAC: Methyl{2-[1-(5-fluorpentyl)-1H-indazol-3-carboxamid]-3,3-dimethylbutanoat}

Stoffgruppe: Synthetische Cannabinoide – Diese zählen zu den Psychedelika & den Downern

Substanzklasse: Indazole, Cannabinoide

  • 5F-MN-185F-MN-18

Andere Namen: AM-2201 Indazolcarboxamid-Analog, 5-fluoro-MN-18

IUPAC: Methyl{2-[1-(5-fluorpentyl)-1H-indazol-3-carboxamid]-3,3-dimethylbutanoat}

Stoffgruppe: Synthetische Cannabinoide – Diese zählen zu den Psychedelika & den Downern

Substanzklasse: Indazole, Cannabinoide

Psychoaktive Substanzen die in die BtMG Anlage 2 aufgenommen werden, sind verkehrsfähig, aber nicht verschreibungsfähig.
Dieser Kategorie sind die meisten Drogen unterstellt, die nicht besonders hochpotent sind.

 

Kritik an der 31. BtMG Änderung

Wie nach jeder neuen Verordnung bezüglich des Betäubungsmittelgesetzes steht die Bundesregierung von den Konsumenten in Kritik.
Es ist teils nicht klar, nach welchen Kriterien die neuen psychoaktiven Substanzen ausgewählt werden, die dem BtMG unterstellt werden.

Bei der 31. BtMG Änderung vom 24.03.2016 ist die Kritik jedoch verhältnismäßig gering ausgefallen, da mit dieser Gesetzesänderung eher unbeliebte Research Chemicals in Deutschland verboten werden.

25N-NBOMe ist, wie die andere 25X-NBOMe Substanzen auch, ein stimulierend wirkendes Psychedelikum, das bei Überdosierung (im Gegensatz zu psilocybinhaltigen Pilzen, Meskalin oder LSD!) schnell zum Tode führen kann.
Es hat vasokonstriktorische (/ vasokonstriktive) Wirkungen, das bedeutet, es verengt die Blutgefäße.

Da Verkäufer verglichen mit LSD deutlich günstiger (und bis vor der 31. BtMG Änderung auch legal) an diesen Stoff kommen, gibt es Fälle, bei denen 25X-NBOMe Pappen („Blotter“) als LSD Pappen verkauft wurden.
Dies kann wegen der tödlichen Wirkung einer zu hohen Dosis 25N-NBOMe fahrlässiger Totschlag sein und ist absolut unmenschlich!

Auch die fünf synthetischen Cannabinoide haben enorme Gesundheitsrisiken, sind stark suchterzeugend und können bei Überdosierung psychotische Phasen oder im schlimmsten Falle den Tod auslösen.
Diese heftigen Nebenwirkungen und Risiken gibt es beim Konsum von normalem (leider verbotenen!) Cannabis nicht oder nur deutlich geringer ausgeprägt.

Diese Cannabinoide werden (wegen ihrer hohen Potenz) meist als Räuchermischungen (auch Kräutermischungen), das sind mit dem in einem Lösemittel gelösten Wirkstoff besprühte Kräuter, verkauft.
Da die Konsumenten oftmals nicht wissen welche Droge sich in der Räuchermischung befindet und wie hoch der Wirkstoffgehalt ist, handelt es sich bei den Kräutermischungen um eine besonders gefährliche Konsumform, die leicht zu Überdosierungen führen kann!

Weder um das 25N-NBOMe noch um die auf Indazolcarboxamid basierenden synthetischen Cannabinoide ist es also sonderlich schade – da sind sich die meisten Konsumenten und Research Chemical-Verkäufer in Deutschland einig.

 

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5 Kommentare

  1. Normalerweise sollte jeder Mensch frei entscheiden können was und in welchen Mengen er zu sich nimmt!!!
    Der Staat sollte nur bei Substanzen wie 25X NBOME eingreifen die beim Konsumenten den unfreiwilligen Tod zur folge haben können bei versehentlicher Überdosierung!!!
    AUCH wenn solche Substanzen als ANGEBLICH andere Drogen (LSD) verkauft oder veräussert werden und der Käufer sich dadurch in Lebensgefahr bringt,da er in dem Moment nicht weiß was ihm da wirklich gerade verkauft wurde!!!
    LEUTE die solche Substanzen unter falschem Namen Verkaufen nur um Skrupellos Geld zu scheffeln,gehören besonders Hart bestraft da sie billigend in Kauf nahmen dass ihre Opfer sterben können,hierfür würde ich eine Mindeststrafe von 10 Jahren geben!!!
    Sollten Personen zu Tode dadurch gekommen sein so würde ich pro Person eine Pauschalstrafe von zusätzlich 15 Jahren pro Opfer zu den 10 Jahren zusätzlich geben,da dies gewissenloser Mord aus Geldgier war!!!
    Es ist anmassend und Diskriminierend wie man als Konsument vom Staat verfolgt Bestraft und dabei noch behandelt wird , nämlich wie der letzte Dreck!!!

    1. Da stimme ich zu.
      Probllematisch bei einer solchen Regelung wäre jedoch, dass es sicher viele Fälle gibt bei denen die Dealer nicht genau wissen, was sie da verkaufen, wenn sie bspw. selbst von Großhändlern bettrogen und ihnen falsche Substanzen verkauft wurden.

      Wäre rechtlich extrem schwierig zu klären, ob es nun Absicht des Verkäufers war oder nicht.
      Dieses Problem kann man meiner Meinung nach nur durch eine Legalisierung und Regulierung aller Drogen erreichen, mit Verbraucherschutz wie bei Medikamentten auch. Gäbe es Apotheken-ähnliche Läden bei denen jeder Drogen kaufen könnte, gäbe es gar keinen Grund mehr sie von Privatpersonen die betrügen könnten zu beziehen.

      Liebe Grüße!

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