Diphenidin / Diphenidine – Neue psychoaktive Substanz & dissoziativer, (noch) legaler MXE-Ersatz?

Diphenidin / Diphenidine – Neue psychoaktive Substanz & dissoziativer, (noch) legaler MXE-Ersatz

Diphenidin (englisch Diphenidine) ist ein Dissoziativum, das 1924 Diphenidinerstmals synthetisiert wurde.
Es zählt zu den Phencyclidin Analogen und auch zu den neuen psychoaktiven Substanzen (NPS), obwohl es schon seit fast 100 Jahren bekannt ist.
Das liegt daran, dass es kaum wissenschaftliche Studien und keine praktischen Erkenntnisse nach jahrelanger Verbreitung der Substanz über den menschlichen Konsum gibt.

Wirklich häufig zu Rauschzwecken konsumiert wird Diphenidin erst seit es 2013 auf den halblegalen online Research Chemical-Markt kam, kurz nachdem England alle Arylcyclohexylamine illegalisierte (darunter sind 3-MeO-PCP & andere PCP-Derivate wie Methoxetamin, 2-MeO-Ketamin und Deschloroketamin).
Diphenidine zählt zu den Piperidinen und nicht zu den Arylcyclohexylaminen und ist deshalb in England (und anderen Ländern mit Analog-Gesetzen) noch erlaubt.
Da MXE in der UK das wohl beliebteste halblegale dissoziative Research Chemical war, wird Diphenidin (und seine nahen Verwandten MXP (Methoxphenidin) und Ephenidine) manchmal als MXE-Alternative verkauft.

Tatsächlich wird es von den meisten Konsumenten als seltsame, nicht vergnügliche Droge wahrgenommen.
Die meisten halten den Vergleich mit Ketamin von der subjektiven Wirkung her für nicht angebracht, da Diphenidine oft als unangenehm empfunden wird.
In hohen Dosierungen oder im Mischkonsum mit Alkohol / Benzodiazepinen und ähnlichen Drogen kommt es häufig zu Blackouts, die sehr gefährlich sind, wenn niemand auf den Berauschten aufpasst!
Während dieser Blackouts legt der Konsument oft weiter nach und erhöht die Dosierung so immer mehr, was natürlich auch lebensgefährlich sein kann.
Man sollte Diphenidin nur mit einem sehr erfahrenen Tripsitter einnehmen, wenn überhaupt. Von der Wirkung her lohnt sich diese Substanz für Menschen, die einfach ein angenehmes Dissoziativum wollen, rein gar nicht!
Meist wird dazu geraten lieber zu Methoxphenidin anstatt zu Diphenidin zu greifen.

Es wurde auch in einigen Legal High Kräutermischungen und Badesalzen, beispielsweise in den japanischen Produkten „Herbal Incense: The Super Lemon“ gemeinsam mit AB-CHMINACA und 5F-AMB oder im „Duftpulver“ gemeinsam mit BZP (Benzylpiperazin) nachgewiesen.
Herbal Incense. The Super Lemon führte in Japan bereits zu einem Todesfall wegen einer Überdosierung und Vergfitung!

Es gibt außerdem Fälle, bei denen Diphenidin als Ketamin verkauft wurde, damit ein höherer Preis verlangt bzw. ein größerer Absatzmarkt erreicht werden kann.
Ein solcher Betrug ist fahrlässig körperverletzend, da die Dosierung von Ketamin und Diphenidin nicht gleich ist und sich auch die Wirkungen und Nebenwirkungen sehr unterscheiden.
Hohe Dosierungen Ketamin führen selten zu lebensgefährlichen Situationen, hohe Dosierungen Diphenidine häufig.
Aus diesem Grund:

Testet euer Ketamin mit einem Drogenschnelltest darauf, ob es sich tatsächlich um Ketamin handelt!!
Einen EZ-Test der Ketamin erkennt gibt es hier.

Andere Namen: Diphenidine (engl.) / 1,2-DEP / DPD / DND / 1,2-diphenylethylpiperidin / 1,2-diphenylethylpiperidine (engl.)

IUPAC: 1-(1,2-Diphenylethyl)piperidine / 1-(1,2-Diphenylethyl)piperidin (deutsch)

Summenformel: C19H23N

Molekulare Masse: 301,9 g/mol

Schmelzpunkt: ~ 210°C / Siedepunkt: ~ 351-367°C

Es gibt sehr wenige Informationen zu dieser Substanz!
Kaum Erfahrungsberichte von Konsumenten und erst Recht sehr wenige wissenschaftliche Abhandlungen.
Dementsprechend ist der Konsum ein unberechenbares Risiko, mögliche toxische Effekte können unentdeckt sein.
Wir raten deutlichst von der Einnahme ab!
Bei den folgenden Informationen handelt es sich um eine Sammlung an Infos, die aus Berichten über diese Designerdroge entnommen wurden. Wir können keinerlei Gewähr auf die Richtigkeit geben und empfehlen jedem, weitere Quellen zu konsultieren.

 

 

Wirkung von Diphenidin

Die hier angegebenen Wirkungen und Nebenwirkungen sind alle sehr subjektiv.
Sie müssen nicht alle immer auftreten und es kann noch weitere, unerwähnte Wirkungen geben. (Dann würden wir uns über ein Kommentar hierzu freuen!)
Diese Listen sollen nicht als Garantie, sondern als Orientierungshilfe dienen.

Die Wirkung von Dissoziativa ist individuell sehr unterschiedlich und variiert auch stark mit der eingenommenen Dosis.
Während geringere bis normale Dosierungen noch nahezu alltagstauglich sind, lösen hohe Dosierungen einen sehr psychedelischen, dissoziativen Trip aus.
Diphenidine gilt als besonders „seltsames“ bzw. variables Dissoziativum und lässt sich laut Userberichten von der Wirkung her kaum mit anderen ähnlichen Substanzen vergleichen.
Am ehesten, laut einem Konsumenten, noch mit 4-MeO-PCP, nicht aber mit Ketamin, MXE, MXP & co.

  • Motorische Schwierigkeiten / Dissoziation vom Körper – Der Körper lässt sich schwerer kontrollieren. Die Dissoziation vom Körper kann in hohen Dosierungen zu außerkörperlichen Erfahrungen (out-of-body experience) führen.
  • Intensivierung / Veränderung des Tastsinns – Berührungen können sich stimulierend und vibrierend anfühlen.
  • Euphorie
  • Schwebegefühl
  • Depersonalisation / Derealisation – Dissoziation vom Bewusstsein
  • Egotod in hohen Dosierungen möglich
  • Visuelle Veränderungen (halluzinogene / psychedelische Effekte) – Es ist üblich, dass auf MXP Berauschte doppelt und langsamer sehen.
  • CEVs (Closed eye visuals) – Pseudohalluzinationen bei geschlossenen Augen.
  • Verändertes Denken
  • Angstlösung / antidepressiv – Auf manche Konsumenten wirkt diese Substanz angstlösend und antidepressiv.
  • Verändertes Zeitgefühl – Zeit kommt einem normalerweise sehr viel langsamer vor oder ist für den Konsumenten komplett abstrakt.
  • Steigerung des Selbstbewusstseins, „Egopush“ – Diese Komponente ist eher schwach ausgeprägt und nicht mit dem Egopush, den Kokain, 4-CMC und andere Upper auslösen, vergleichbar. Ist eher nur bei geringen Dosierungen spürbar!
  • Stimulation (aufputschend) – In geringeren Dosierungen treten die aufputschenden Effekte auf, sie sind bei Diphenidin etwas stärker ausgeprägt als bei Ephenidin.
    In hohen Dosierungen tritt die stimulierende Komponente eher in den Hintergrund.

Konsumenten von Diphenidin finden sich oft in sehr seltsamen Zuständen wieder.
Alles wirkt anders und fremd, die Gedanken sind sehr stark verändert.
Manchmal wird Diphenidine mit DXM verglichen, diese beiden Substanzen scheinen einige Gemeinsamkeiten zu haben.
Beide gelten als eher weniger beliebte Dissoziativa, Ketamin, MXE und auch MXP werden von den allermeisten Konsumenten bevorzugt!
Und so wohl DXM als auch Diphenidin lösen einen eher unangenehmen Rausch aus, weshalb die meisten die eine dieser Substanzen schon probierten, vom Konsum abraten würden.

In hohen Dosierungen kann man mit dieser Substanz, wie mit anderen Dissoziativa auch, eine außerkörperliche, sehr intensive psychedelische Erfahrung machen.
Bei Ketamin nennt man diesen Zustand K-Hole.
Von der Intensität her ist ein solcher Trip mit einer DMT Breakthrough Erfahrung zu vergleichen, es handelt sich hier um eine tiefenpsychologische Erfahrung und keinen Spaßrausch!
Nur Konsumenten die psychisch absolut gefestigt sind sollten so etwas in Erwägung ziehen.
Es kann zu Erleuchtungs-ähnlichen Zuständen, zum Bereisen anderer Welten und zu verstörenden und verwirrenden Sinneseindrücken kommen.
Mit Worten beschreiben kann man einen solchen Zustand, ähnlich wie den DMT Breakthrough, allerdings nicht.

Doch Vorsicht: In hohen Dosierungen kommt es bei dieser Substanz oft zu Blackouts, siehe weiter unten! Nicht alleine konsumieren!

 

Nebenwirkungen und Risiken

Es handelt sich hier um eine kaum erforschte Substanz!
Über den menschlichen Konsum zu Rauschzwecken ist kaum etwas bekannt.
Es kann unvorhersehbare Langzeitschäden und Nebenwirkungen geben, weshalb vom Konsum strikt abzuraten ist.

Die Nebenwirkungen lassen sich durch das Einhalten von vernünftigen Dosierungen stark reduzieren.

Man sollte nicht oft nachlegen, ein bis zwei mal ist noch in Ordnung, jedes weitere Nachlegen verstärkt die Nebenwirkungen und den Kater am nächsten Tag aber drastisch.

  • Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens – Eine Verschlechterung des Erinnerungsvermögens kann noch für Wochen nach dem Konsum anhalten!
  • Schwierigkeiten beim Formulieren von Sätzen und bei Kommunikation generell – Auch dies kann auch Tage bis hin zu Wochen nach dem Konsum anhalten, erst recht wenn dieser exzessiv war!
  • Blackouts – In hohen Dosierungen oder im Mischkonsum mit Alkohol oder Benzodiazepinen (selbst in geringen Dosierungen!!) kommt es bei Diphenidin leicht zu einem Blackout bzw. Amnesie.
    Diese Blackouts sind ohne Person die gut auf den Berauschten aufpasst lebensgefährlich, da dieser eventuell keine Kontrolle über seinen Körper und seine Handlungen hat und sich oder andere verletzen könnte.
    Blackouts scheinen bei Diphenidine häufiger als bei anderen Dissoziativa aufzutreten!!
    Es gibt jede Menge Userberichte die von Erinnerungslücken mit teils sehr unangenehmen Folgen (Zwangseinweisung, Verhaftung, Verletzungen…) im Zusammenhang mit 1,2-DEP erzählen.
  • Schwindel
  • Angstzustände / Panikattacken / Auslösung einer Drogenpsychose möglich
  • Müdigkeit
  • Craving – Der Konsument will nachlegen um den Rausch zu verlängern. Dies führt zu mehr Neben- und negativen Nachwirkungen!
  • Kopfschmerzen
  • Ego-Tod / Angstvolle Ich-Auflösung – Bei sehr hohen Dosierungen
  • Erhöhter Puls / Herzfrequenz

Es gibt ein Suchtpotential.
Dieses ist geringer als bei Downern, aber deutlich höher als bei Psychedelika.
Regelmäßiger Konsum führt höchstwahrscheinlich zu körperlichen Problemen. So wohl Ketamin als auch MXE können diese verursachen wenn sie übermäßig eingenommen werden!
Das Absetzen von nach dauerhaftem Konsum löst Entzugssymptome aus.

Wird täglich über einen längeren Zeitraum Diphenidin eingenommen, kommt es zu einer psychischen Veränderung des Konsumenten.
Das Sprach- und Erinnerungsvermögen wird dauerhaft stark beeinträchtigt, die Emotionen werden gedämpft und auch das Aussehen verändert sich stark.
Man merkt einem DND / DPD Süchtigen sofort an, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
Irgendwann verspürt der Konsumenten von der Droge keinen wirklichen Rausch mehr, nimmt sie aber dennoch weiter regelmäßig ein um keine Entzugssymptome erleben zu müssen.

 

Konsumformen / Applikationswege

Üblich der orale Konsum.

Auch nasaler Konsum ist möglich, allerdings bei Diphenidin überhaupt nicht gut geeignet!
Diphenidine intranasal brennt sehr stark und verstopft die Nase.
Die Bioverfügbarkeit scheint beim nasalen Konsum auch nicht sonderlich erhöht zu sein, weshalb es eigentlich (bis auf den etwas schnelleren Wirkeintritt) keinen Grund gibt, sich diesen Schmerz und die Beschädigung der empfindlichen Nasenschleimhäute anzutun!

Jeder Konsument der dieses Dissoziativum schonmal nasal konsumierte, rät danach davon ab.
Am besten man füllt die gewünschte Dosierung der Substanz in eine Leerkapsel (klick) und schluckt diese:

Es gibt einige Berichte über den inhalativen Konsum von Diphenidine.
Bei diesem soll man eine deutlich niedrigere Dosis benötigen (siehe weiter unten) und die Wirkung setzt deutlich schneller ein und hält viel kürzer an.
Doch Vorsicht!
Das Inhalieren von Diphenidine ist wahrscheinlich karzinogen (krebserregend), erst Recht wenn große Hitze zugeführt wird.
Außerdem ist das Abhängigkeitspotential und das Craving (Gier nach der Substanz) erhöht und die Nebenwirkungen werden verstärkt.

Von der inhalativen Konsumform ist bei dieser Substanz abzuraten!

Alternativ gibt es noch den rektalen Konsum, bei diesem flutet die Wirkung recht schnell und sehr intensiv an und hält auch recht lang.
Es gibt allerdings nur sehr wenige Userberichte über diese Konsumform und die Darmschleimhaut kann dadurch eventuell beschädigt werden, sicher aber wird sie schwer beansprucht.
Man sollte deutlich geringer dosieren als beim oralen Konsum, es ist nämlich nichts über die Bioverfügbarkeit von Diphenidine rektal bekannt und diese könnte signifikant höher sein.

Auch sublingualer Konsum ist möglich und wirksam, also die Aufnahme des Wirkstoffes über die Mundschleimhaut, indem die Substanz ein wenig unter der Zunge gelassen wird.
Diphenidine sublingual ist allerdings nicht gut geeignet, da der Geschmack extrem unangenehm ist und der Geschmackssinn für Stunden ins Negative verändert wird.
Die Anflutzeit ist bei sublingualem Konsum etwas schneller und man benötigt geringere Dosierungen als oral.

Diphenidine intravenös (I.V.) oder intramuskulär (I.M.) ist ebenfalls möglich, allerdings die wohl schädlichste Applikationsform mit dem höchsten Suchtpotential.
Man muss deutlich niedriger dosieren, die Wirkung flutet viel schneller an und hält nicht so lange.
Vom intravenösen / intramuskulären Konsum ist stark abzuraten!

 

Diphenidin Dosis / Dosierung

Diese Dosisangaben sind nur eine ungefähre Orientierungshilfe, die aus Konsumentenberichten abgeleitet wurden.
Es muss mit einem Allergietest und einer sehr niedrigen Dosis begonnen werden!
Mehr Safer Use Regeln findet ihr hier.

Bei Dissoziativa wie diesen muss mit besonders niedriger Dosierung gestartet und langsam hochdosiert werden, da selbst gleiche Dosierungen bei unterschiedlichen Konsumenten sehr verschiedene Wirkung auslösen kann.
Auch wenn man erfahren mit dissoziativen Substanzen ist, kann die Wirkung vor dem ersten Konsum nicht abgeschätzt werden!

Oral:

  • Erste Effekte ab: 50mg
  • Leichte Wirkung: 60-85mg
  • Normal: 80-110mg
  • Starke Wirkung: 110-150mg
  • Sehr starke Wirkung: 150mg+

Inhalativ:

  • Erste Effekte ab: 5-10mg
  • Leichte Wirkung: 10-17mg
  • Normal: 16-22mg
  • Starke Wirkung: 20-30mg
  • Sehr starke Wirkung: 30mg+

Nasal:

  • Erste Effekte ab: 30-50mg
  • Leichte Wirkung: 60-80mg
  • Normal: 80-100mg
  • Starke Wirkung: 100-140mg
  • Sehr starke Wirkung: 140mg+

 

Wirkzeit

Die Wirkzeit ist bei diesem Dissoziativum sehr stark dosisabhängig.
Je höher dosiert wird, desto länger ist mit Effekten (und natürlich auch mit Nacheffekten) zu rechnen.

Oral:

  • Wirkungseintritt nach: 30-60 Minuten
  • Hauptwirkung: 2-5 Stunden
  • Afterglow: 4-24 Stunden

Inhalativ:

  • Wirkungseintritt nach: wenigen Sekunden bis wenigen Minuten
  • Hauptwirkung: 30-45 Minuten
  • Afterglow: 30-120 Minuten

Nasal:

  • Wirkungseintritt nach: 10-30 Minuten
  • Hauptwirkung: 1-4 Stunden
  • Afterglow: 3-24 Stunden

 

Rechtsstatus von Diphenidin

Bisher ist Diphenidin in Deutschland nicht verboten, es unterliegt nicht dem BtMG.
Dies gilt wohl auch für alle anderen Länder weltweit.

Da es sich hier um ein Phenethylamin handelt, fällt Diphenidin unter das deutsche NPS Gesetz.

Das Neue Psycohaktive Substanzen Gesetz soll noch dieses Jahr verabschiedet werden, es würde den Verkauf und den Besitz einiger NPS verbieten.
Die Strafen fallen geringer aus als bei einem im BtMG gelisteten Stoff, Handel kann (sobald das Gesetz verabschiedet wird) aber mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe bestraft werden!
Auch das Einführen dieses Stoffes aus anderen Ländern nach Deutschland wird bestraft (das Strafmaß ist hier genauso hoch wie beim Handel!), während der reine Besitz straffrei bleiben soll.
Werden die NPS von der Polizei (oder dem Zoll o.ä.) entdeckt, werden sie von den Behörden abgenommen und vernichtet.

 

Toleranzbildung

Jeder Konsum dieser Substanz lässt die Toleranz ansteigen.
Bis diese sich halbiert, muss man 3-7 Tage warten, bis sie komplett verschwunden ist dauert es 1-2 Woche.
Es gibt eine Kreuztoleranz mit allen anderen dissoziativ wirkenden Drogen!

Bei regelmäßigem oder gar dauerhaftem Konsum kann die Toleranz bis ins unermessliche steigen, irgendwann verspürt der Konsument selbst bei extrem hohen Dosierungen keine Wirkung mehr.

 

Pharmakologie

Diphenidin wirkt als Antagonist des NMDA Rezeptors.
Laut einer elektrophysiologischen Analyse wirkt Diphenidin genauso stark auf den NMDA Haushalt wie Ketamin, allerdings dauert es bei ersterem etwas länger bis dieser Effekt eintritt.

Es besteht außerdem der Verdacht dass Diphenidine auch dopaminerg (auf den Dopamin-Haushalt) wirkt, dies wurde bisher wissenschaftlich nicht untersucht.

Die zwei Enantiomere („Spiegelbildisomere“) dieser Substanz unterscheiden sich sehr stark von einander.
Der linksdrehende (S)-Enantiomer ist vierzig mal potenter als der rechtsdrehende (R)-Enantiomer.

 

Löslichkeit

Diphenidine HCl ist schlecht wasserlöslich, Diphenidine Freebase überhaupt nicht!

In PbS (Blei(II)-sulfid) lösen sich 3mg/ml, in Ethanol und DMSO lösen sich etwa 30mg/ml und in Dimethylformamide (DMF) etwa 50mg/ml des Diphenidin HCl.

In Wasser lösen sich nur etwa 3-7mg 1,2-diphenylethylpiperidin HCl pro Liter.

 

Mischkonsum und gefährliche Kombinationen

Mischkonsum ist grundsätzlich eine drastische Erhöhung der Gefahr.
Über jede einzelne Kombination muss sich vorher genauestens informiert und Erfahrungsberichte gesucht werden, da es immer gefährliche Wechselwirkungen geben kann.

  • Downer : Der Mischkonsum mit atemdepressiv wirkenden Downern und Dissoziativa ist lebensgefährlich!
    Letztere potenzieren die sedierenden, atemdepressiven, muskelrelaxierenden Effekte vieler Downer und erhöhen auch die Gefahr eines Blackouts (Amnesie).
    Dies kann dazu führen, dass weitere Drogen nachgelegt werden und deine tödliche Atemdepression eintritt. Oder dass der Konsument sich selbst oder andere verletzt!
    Beispiele für Downer, die man nicht mit dissoziativ wirkenden Drogen kombinieren darf, sind: 1-4-Butandiol, einige Antidepressiva, Benzodiazepine, GHB / GBL, Opioide (Heroin, Morphin, Tramadol, Tilidin & co.), Alkohol, Barbiturate, Z-Benzos (Zopiclon, Zolpidem)
  • Blutdruck-Medikamente: Es gibt Berichte von höchst unangenehmen, potentiell lebensgefährlichen Wechselwirkungen zwischen Vasokonstriktoren (also Blutdrucksenkern) und Diphenidin, in einem konkreten Fall mit dem Blutdrucksenker Clonidin.
    Diese Kombination muss gemieden werden!
  • Synthetische Cannabinoide: Wie in der Einleitung schon geschrieben gibt es einen Todesfall aufgrund des Mischkonsums von synthetischen Cannabinoiden (in diesem konkreten Fall AB-CHMINACA und 5f-AMB) mit Diphenidine. Diese Kombination ist zu meiden, es kann zu Krampfanfällen, Kreislauf- und Blutdruckproblemen und unangenehmen psychischen Wirkungen (Paranoia, Egoauflösung…) kommen.
  • Cannabis: Beim Mischkonsum mit Cannabis besteht zwar keine Lebensgefahr (solange das Diphenidin nicht sowieso schon lebensgefährlich überdosiert wird), unangenehme psychische Nebenwirkungen wie Angstzustände, Panikattacken und ein neagtiver Trip können aber durchaus vorkommen. Die dissoziative, psychedelische Wirkung wird sehr verstärkt.
    Diese Kombination ist nur für sehr erfahrene Konsumenten geeignet!
  • Empathogene: Einige vor allem serotonerge Empathogene (MDMA, Methylon, MDAI…) können sehr unangenehme Wechselwirkungen mit Dissoziativa haben.
    User berichten von manischen Symptomen, Paranoia und starken dissoziativen Effekten!
  • Kratom: Wenn das Dissoziativum gering dosiert wird, kann der Mischkonsum mit Kratom die opioide Wirkung verstärken und einen angenehmen Rausch auslösen.
    Vorsicht, nicht zu hoch dosieren! Bei Kratom handelt es sich um ein atemdepressiv wirkendes Opioid, es kann also zu oben (beim Punkt Downer) beschriebenen gefährlichen Wechselwirkungen kommen.
  • Andere Psychedelika: Auf viele Konsumenten wirkt die Kombination von Psychedelika mit Dissoziativa kontraproduktiv und unangenehm. Der Trip kann düsterer und verwirrender werden, das Erinnerungsvermögen wird sehr stark beeinträchtig.
    Die halluzinogene Wirkung wird deutlich verstärkt.
    An diese Kombination sollten sich nur sehr erfahrene Psychonauten wagen, die bereits etliche Erfahrungen im Monokonsum der Substanzen besitzen.

 

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