MXP / Methoxphenidin – Dissoziative Designerdroge & MXE-Ersatz

Methoxphenidin / MXP – Dissoziative Designerdroge & MXE-Ersatz

Methoxphenidin (engl. Methoxphenidine), kurz MXP, ist eine dissoziativ wirkende Substanz, die 1989 von einem Pharmakonzern als Medikament gegen Gehirnschäden zum Patent angemeldet und getestet wurde.
Es war offensichtlich nicht wirksam und kam dann 2013 wieder ins Rampenlicht, als England jede Menge dissoziativ wirkende neue psychoaktive Substanzen (NPS) verbot.
MXE war von da an in der UK illegal, weshalb MXP (so wie die nahen Verwandten Diphenidine und Ephenidine) als Ersatz für dieses beliebte Research Chemical vermarktet wurde.

Die Wirkung unterschiedet sich allerdings sehr deutlich von der von MXE (Methoxetamin) und auch die möglichen Schäden können nicht von denen von MXE abgeleitet werden.
Diese Substanz zählt zu der Stoffklasse der Diarylethylamine, genauer zu den Piperidinen.

Es gibt Fälle, bei denen Methoxphenidin (MXP) als Ketamin verkauft wurde, damit ein höherer Preis verlangt bzw. ein größerer Absatzmarkt erreicht werden kann.
Ein solcher Betrug ist fahrlässig körperverletzend, da die Dosierung von Ketamin und Diphenidin nicht gleich sind und sich auch die Wirkungen und Nebenwirkungen sehr unterscheiden.
Aus diesem Grund:

Testet euer Ketamin mit einem Drogenschnelltest darauf, ob es sich tatsächlich um Ketamin und nicht um Designerdrogen wie MXP handelt!!

Andere Namen: 2-MeO-Diphenidin / MXP

IUPAC: (±)-1-[1-(2-methoxyphenyl)-2-phenylethyl]piperidine

Summenformel: C11H14FNO

Molekulare Masse: 295,4186 g/mol

Es gibt sehr wenige Informationen zu dieser Substanz!
Kaum Erfahrungsberichte von Konsumenten und erst Recht sehr wenige wissenschaftliche Abhandlungen.
Dementsprechend ist der Konsum ein unberechenbares Risiko, mögliche toxische Effekte können unentdeckt sein.
Wir raten deutlichst von der Einnahme ab!
Bei den folgenden Informationen handelt es sich um eine Sammlung an Infos, die aus Berichten über MXP entnommen wurden. Wir können keinerlei Gewähr auf die Richtigkeit geben und empfehlen jedem, weitere Quellen zu konsultieren.

 

Wirkung von MXP

Die hier angegebenen Wirkungen und Nebenwirkungen sind alle sehr subjektiv.
Sie müssen nicht alle immer auftreten und es kann noch weitere, unerwähnte Wirkungen geben. (Dann würden wir uns über ein Kommentar hierzu freuen!)
Diese Listen sollen nicht als Garantie, sondern als Orientierungshilfe dienen.

Die Wirkung von MXP ist individuell sehr unterschiedlich und variiert auch stark mit der eingenommenen Dosis.
Während geringere bis normale Dosierungen (etwa bis 40-70mg oral) noch nahezu alltagstauglich sind, lösen hohe Dosierungen einen sehr psychedelischen, dissoziativen Trip aus.

  • Motorische Schwierigkeiten / Dissoziation vom Körper – Der Körper lässt sich schwerer kontrollieren. Die motorischen Einschränkungen bei 2-MeO-Diphenidin sollen geringer sein als bei anderen Dissoziativa wie Ketamin oder DXM.
    Die Dissoziation vom Körper kann in hohen Dosierungen zu außerkörperlichen Erfahrungen (out-of-body experience) führen.
  • Intensivierung / Veränderung des Tastsinns – Berührungen können sich stimulierend und vibrierend anfühlen.
  • Euphorie
  • Schwebegefühl
  • Depersonalisation / Derealisation – Dissoziation vom Bewusstsein
  • Egotod in hohen Dosierungen möglich
  • Visuelle Veränderungen (halluzinogene / psychedelische Effekte) – Es ist üblich, dass auf MXP Berauschte doppelt und langsamer sehen.
  • CEVs (Closed eye visuals) – Pseudohalluzinationen bei geschlossenen Augen.
  • Verändertes Denken
  • Angstlösung / antidepressiv – Auf manche Konsumenten wirkt diese Substanz angstlösend und antidepressiv.
  • Stimulation – Diese tritt eher in geringen Dosierungen ein und verschwindet bei hohen Dosen komplett.
    Ist verglichen mit Uppern eher gering ausgeprägt, allerdings stärker als beim verwandten Ephenidin.
  • Steigerung des Selbstbewusstseins, „Egopush“ – Ist deutlich geringer als bei Kokain, Ethyl-Hexedron oder anderen ähnlichen Uppern ausgeprägt und tritt eher nur in geringen Dosierungen auf.
  • Verändertes Zeitgefühl – Zeit kommt einem normalerweise deutlich langsamer vor, in sehr hohen Dosierungen kann das Konzept von Zeit dem Konsumenten sogar völlig abstrakt erscheinen.

In sehr hohen Dosierungen kann man mit MXP, wie mit anderen Dissoziativa auch, eine außerkörperliche, sehr intensive psychedelische Erfahrung machen.
Bei Ketamin nennt man diesen Zustand K-Hole.
Von der Intensität her ist ein solcher Trip mit einer DMT Breakthrough Erfahrung zu vergleichen, es handelt sich hier um eine tiefenpsychologische Erfahrung und keinen Spaßrausch!
Nur Konsumenten die psychisch absolut gefestigt sind sollten so etwas in Erwägung ziehen.
Es kann zu Erleuchtungs-ähnlichen Zuständen, zum Bereisen anderer Welten und zu verstörenden und verwirrenden Sinneseindrücken kommen.

Mit Worten beschreiben kann man einen solchen Zustand, ähnlich wie den DMT Breakthrough, allerdings nicht.

Nebenwirkungen und Risiken von Methoxphenidin

Es handelt sich hier um eine kaum erforschte Substanz!
Über den menschlichen Konsum zu Rauschzwecken von MXP war, bevor diese Droge seit 2013 als Research Chemical verkauft wurde, nichts bekannt.
Es kann unvorhersehbare Langzeitschäden und Nebenwirkungen geben, weshalb vom Konsum strikt abzuraten ist.

Die Nebenwirkungen lassen sich durch das Einhalten von vernünftigen Dosierungen stark reduzieren.

Man sollte nicht oft nachlegen, ein bis zwei mal ist noch in Ordnung, jedes weitere Nachlegen verstärkt die Nebenwirkungen und den Kater am nächsten Tag aber drastisch.

  • Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens – In sehr hohen Dosen kann es zu Blackouts kommen. Dies kann mitunter sehr gefährlich sein, wenn kein Tripsitter vorhanden ist, der auf den Berauschten aufpasst.
    Dementsprechend dürfen hohe Dosierungen nur mit einem solchen eingenommen werden.
    Die Verschlechterung des Erinnerungsvermögens  kann auch noch Tage bis hin zu Wochen nach dem Konsum anhalten.
  • Schwierigkeiten beim Formulieren von Sätzen und bei Kommunikation generell – Auch dies kann auch Tage bis hin zu Wochen nach dem Konsum auftreten, erst recht wenn dieser exzessiv war!
  • Schwindel
  • Angstzustände / Panikattacken / Auslösung einer Drogenpsychose möglich
  • Angstvolle Ich-Auflösung
  • Müdigkeit
  • Craving – Der Konsument will nachlegen um den Rausch zu verlängern. Dies führt zu mehr Neben- und negativen Nachwirkungen!

Es gibt ein Suchtpotential.
Dieses ist geringer als bei Downern, aber deutlich höher als bei Psychedelika.
Regelmäßiger Konsum von MXP führt höchstwahrscheinlich zu körperlichen Problemen. So wohl Ketamin als auch MXE können diese verursachen wenn sie übermäßig eingenommen werden!
Das Absetzen von Methoxphenidin nach dauerhaftem Konsum löst Entzugssymptome aus.

 

MXP oder Diphenidin – Was ist besser?

Von der Wirkung her sind diese beiden Substanzen sich laut Userberichten ähnlich, ein Unterschied ist aber deutlich festzustellen..
Den meisten Konsumenten gefällt Methoxphenidin deutlich besser als Diphenidin, da es etwas länger wirkt und potenter ist, man also weniger Substanz einnehmen muss und da die Nebenwirkungen (insbesondere Blackouts bei höheren Dosierungen) geringer ausfallen.

Diphenidine gilt als eher atypisches, oft unangenehmes und unberechenbares Dissoziativum.

 

Konsumform / Applikationswege

Am verbreitetsten ist der orale Konsum.
Auch nasaler Konsum ist möglich, dieser soll die Nase aber überdurchschnittlich verstopfen und recht stark brennen. Das Brennen setzt erst etwas später ein, dafür hält es auch mehrere Minuten.
Am besten man füllt die gewünschte Dosierung der Substanz in eine Leerkapsel (klick) und schluckt diese:

Rektaler Konsum ist ebenso möglich, genau wie intravenöser und intramuskulärer Konsum.

Wie stark die Wirkung bei oralem Konsum eintritt, hängt sehr vom Mageninhalt ab.
Je leerer der Magen ist desto stärker ist diese.

 

MXP Dosis / Dosierung

Diese Dosisangaben sind nur eine ungefähre Orientierungshilfe, die aus Konsumentenberichten abgeleitet wurden.
Es muss mit einem Allergietest und einer sehr niedrigen Dosis begonnen werden!
Mehr Safer Use Regeln findet ihr hier.

Bei Methoxphenidin muss mit besonders niedriger Dosierung gestartet und langsam hochdosiert werden, da selbst gleiche Dosierungen bei unterschiedlichen Konsumenten sehr verschiedene Wirkung auslösen kann.
Auch wenn man erfahren mit dissoziativen Substanzen ist, kann die Wirkung vor dem ersten Konsum nicht abgeschätzt werden!

Oral / rektal:

  • Erste Wirkung ab: 30-50mg
  • Leichte Wirkung: 50-75mg
  • Normal: 60-120mg
  • Starke Wirkung: 120-150mg
  • Sehr stark: 150mg+

 

Nasal:

  • Erste Wirkung ab: 20-40mg
  • Leichte Wirkung: 30-60mg
  • Normal: 40-90mg
  • Starke Wirkung: 90-120mg
  • Sehr starke Wirkung: 110mg+

Über die Dosierungen beim intravenösen oder intramuskulären Konsum ist nichts bekannt, sie ist aber deutlich niedriger anzusetzen.

 

Wirkzeit

Die folgenden Angaben für die Wirkzeit beziehen sich auf normale Dosierungen!
In sehr hohen Dosen kann sich die Wirkung um viele Stunden verlängern. Es gibt Berichte darüber, dass eine einzelne Einnahme MXP eine 12-18 stündige Wirkung auslöste.

Oral:

  • Wirkungseintritt nach: 30-80 Minuten
  • Hauptwirkung: 6-8 Stunden
  • Afterglow: 1-3 Stunden

Der Peak baut sich innerhalb von 1 1/2-3 Stunden nach der Einnahme langsam auf und hält dann etwa 1-4 Stunden an, je nach Dosierung.

 

Nasal:

  • Wirkungseintritt nach: 10-30 Minuten
  • Hauptwirkung: 4-6 Stunden
  • Afterglow: 1-3 Stunden

Nasal baut sich der Peak schon innerhalb von 45-90min auf und hält etwa 1-3 Stunden an.

Intravenös und intramuskulär deutlich kürzer.
Rektal wirkt etwa so lang wie oral, die Wirkung setzt aber etwas schneller ein.

 

Rechtsstatus

Bisher ist MXP nur in China und Schweden verboten, es unterliegt in Deutschland noch nicht dem BtMG.

Im April 2015 wurde es vom BfArM (Bundesamt für Arzneimittel) zur Aufnahme ins BtMG empfohlen, diese Empfehlung wurde im Dezember 2015 allerdings auf einen späteren Zeitpunkt zurückgestellt.

Da es sich hier um ein Phenethylamin handelt, fällt Methoxphenidin unter das deutsche NPS Gesetz.

Das Neue Psycohaktive Substanzen Gesetz soll noch dieses Jahr verabschiedet werden, es würde den Verkauf und den Besitz einiger NPS verbieten.
Die Strafen fallen geringer aus als bei einem im BtMG gelisteten Stoff, Handel kann (sobald das Gesetz verabschiedet wird) aber mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe bestraft werden!
Auch das Einführen dieses Stoffes aus anderen Ländern nach Deutschland wird bestraft (das Strafmaß ist hier genauso hoch wie beim Handel!), während der reine Besitz straffrei bleiben soll.
Werden die NPS von der Polizei (oder dem Zoll o.ä.) entdeckt, werden sie von den Behörden abgenommen und vernichtet.

 

Pharmakologie

Methoxphenidin ist ein NMDA Rezeptor Antgonist.
Diese Substanz hat geringere Affinität für die NMDA Rezeptoren als Diphenidin und 3-MeO-Diphenidin, aber höhere Affinität als 4-MeO-Diphenidin.

Aufgrund der euphorischen Komponente dieser Substanz wird von einigen Konsumenten spekuliert, dass MXP auch als Dopamin- und / oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirkt.

 

Toleranzentwicklung

Jeder Konsum dieser Substanz lässt die Toleranz ansteigen.
Bis diese sich halbiert, muss man 3-7 Tage warten, bis sie komplett verschwunden ist dauert es 1-2 Woche.
Es gibt eine Kreuztoleranz mit allen anderen dissoziativ wirkenden Drogen!

 

Mischkonsum von MXP

Mischkonsum ist grundsätzlich eine drastische Erhöhung der Gefahr.
Über jede einzelne Kombination muss sich vorher genauestens informiert und Erfahrungsberichte gesucht werden, da es immer gefährliche Wechselwirkungen geben kann.

Downer:Der Mischkonsum mit atemdepressiv wirkenden Downern ist lebensgefährlich!
MXP potenziert die sedierenden, atemdepressiven, muskelrelaxierenden Effekte vieler Downer und erhöht auch die Gefahr eines Blackouts (Amnesie).
Dies kann dazu führen, dass weitere Drogen nachgelegt werden und deine tödliche Atemdepression eintritt. Oder dass der Konsument sich selbst oder andere verletzt!
Beispiele für Downer, die man nicht mit Methoxphenidin kombinieren darf, sind: 1-4-Butandiol, einige Antidepressiva, Benzodiazepine, GHB / GBL, Opioide (Heroin, Morphin, Tramadol, Tilidin & co.), Alkohol, Barbiturate, Z-Benzos (Zopiclon, Zolpidem)

Empathogene: Einige vor allem serotonerge Empathogene (ein konkretes Beispiel für eine laut einem Userbericht gefährliche Kombination: MXP + Ethylon) können sehr unangenehme Wechselwirkungen mit Methoxphenidin haben.
Manische Symptome, Paranoia und starke dissoziative Effekte können auftreten!

AB-FUBINACA: Es gibt einen Userbericht, der von Krampfanfällen und Herzrasen nach dem Konsum der Kombination Methoxphenidin + AB-FUBINACA berichtet.
Dies kann auch bei anderen synthetischen Cannabinoiden auftreten!

Passionsblume (Passiflora incarnata): Passionsblumenextrakt soll in geringen bis mittleren Dosierungen im Mischkonsum mit MXP die Wirkung letzterer Substanz sanfter und angenehmer machen.
Auch die CEVs (Visionen bei geschlossenen Augen) sollen verstärkt werden!

Kratom: Wenn das 2-MeO-Diphenidin gering dosiert wird, kann der Mischkonsum mit Kratom die opioide Wirkung verstärken und einen angenehmen Rausch auslösen.
Vorsicht, nicht zu hoch dosieren! Bei Kratom handelt es sich um ein Opioid, es kann also zu oben (beim Punkt Downer) beschriebenen gefährlichen Wechselwirkungen kommen.

5-MeO-MIPT: Laut einem Userbericht verstärkt eine sehr geringe Dosis 5-MeO-MIPT (1-3mg) die visuelle und aufputschende Wirkung von MXP. Wird das 5-MeO-MIPT höher dosiert, soll die Wirkung aber eher unangenehm werden.
Das gleiche gilt höchstwahrscheinlich auch für ähnliche Substanzen wie 5-MeO-MALT und 5-MeO-DIPT.

Andere Psychedelika: Auf viele Konsumenten wirkt die Kombination von Psychedelika mit Dissoziativa kontraproduktiv und unangenehm. Der Trip kann düsterer und verwirrender werden, das Erinnerungsvermögen wird sehr stark beeinträchtig.
Die halluzinogene Wirkung wird deutlich verstärkt.

MXE: Der Mischkonsum von Methoxphenidin und MXE soll sich gegenseitig ergänzen und potenzieren.
Beide Substanzen sollten nicht zu hoch dosiert werden um eine unkontrollierbare Verstärkung der Effekte zu verhindern!

 

Mehr Substanzinfos von Piperidinen

 

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